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Peccatum mortale

Gestern Abend hatte ein Bekannter das Fenster,
das ich vorgestern nacht, stark alkoholisiert,
seiner Halterung beraubte, repariert.
Heute Vormittag ruhte ich mich
auf seinen Lorbeeren aus
und war, dank Leviathan, nicht im Stande,
das von Reparatur und Erbrochenem
verschmutzte Fenster zu säubern.
Ja, warum auch? Draußen hatte es 5 Grad Minus.

Außerdem hatte ich einen zweimal verschobenen
Termin wahrzunehmen und musste
also doch hinaus.
Ein älterer Mann aber, der, nachdem er vor einem
hell erleuchteten Beerdigungsinstitut
auf seine Uhr geschaut hatte,
die nebenliegende Fahrschule betrat,
belehrte mich eines besseren, so dass ich
Termin Termin sein ließ und an mein
Fenster zurückkehrte.

Dort erwartete mich mein Belphegor, ein
Bier für mich bereithaltend. Zwar hatte ich mich
an seine Gegenwart gewöhnt, doch wurde mir
einmal mehr bewusst, wie fett er geworden war.
Nun! Solange er mir mein Bier brachte...

Es wurde Zeit für einen Nachmittagsschlaf;
zuvor onanierte ich auf Asmodis
aktuellen Pin-Up-Kalender.

Gegen Abend bestellte ich eine Familien-Pizza,
entließ den Bringdienst ohne Trinkgeld,
übergab, ob des allzu salzigen Buketts,
meinen Zorn
dem Wohlwollen meines Belphegors
und verlangte von meiner vom Spätdienst
heimgekehrten Frau die per SMS
bestellten Zigaretten.

Weder diesem Verlangen noch meinem
Begehren nach Routinesex kam sie nach,
was mich dazu zwang,
mich ihrer trotzigen Aufforderung,
doch endlich das Fenster zu reinigen,
zu widersetzen.

Möglicherweise hat sie sich in den Schlaf geweint;
ich begab mich, ex opere operato, in den Schoß
Belphegors und schlief ein, um anderntags
erneut zu

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